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Kluser im Bieler Tagblatt

Quelle: Bieler Tagblatt 29.8.2026
Brigitte Jeckelmann | Bild: Tamina Bösiger

Die Gemeinde funktioniert – doch das reicht ihm nicht

Der FDP-Mann Andreas Kluser will Ipsachs neuer Gemeindepräsident werden. Er hat vor, die Gemeinde aus dem «gemütlichen Dahinplätschern» wachzurütteln und blockierte Projekte voranzutreiben.

Andreas Kluser begrüsst die Besucher an diesem Vormittag mit einem kräftigen Händedruck. Der 57-jährige Ingenieur und Mitinhaber des Vermessungsbüros Geoplan Team in Nidau will der nächste Gemeindepräsident von Ipsach werden. Kluser ist im beschaulichen Ort direkt am Bielersee aufgewachsen und nach dem Studium an der ETH Zürich wieder ins Seeland zurückgekehrt.

«Dorthin, wo meine Wurzeln sind», sagt er. Ipsach sei einfach ein schöner Flecken. Mit dem See, der Anhöhe, dem Birlig und dem Ipsacher Wald, bezeichnet Kluser seine Heimatgemeinde als «Seeland im Kleinformat».

An der Wand im Sitzungszimmer im Firmengebäude am Egliweg 6 hängen zahlreiche Bilder, Dokumente und Karten. Kluser hat beruflich mit seinem Team an vielen Grossprojekten im Seeland mitgewirkt. Wie zum Beispiel an der Sanierung des Hagneckkanals. Das jüngste Grossprojekt ist derzeit mit der Güterzusammenlegung Bellmund-Ipsach in der Pipeline. Beide Gemeindeversammlungen und der Grosse Rat haben es genehmigt. Jetzt geht es an die Umsetzung.

Wie ein Gesamtprojektleiter

Aufgleisen, planen, durchführen. Das ist die Kurzfassung von Klusers DNA. Er liebt es, die Dinge anzupacken, bei Projekten mit allen Beteiligten Kontakte zu knüpfen, das Gespräch zu suchen – und Lösungen zu finden, mit denen alle leben können. Und das nicht erst übermorgen, sondern schon heute.

Tatendrang, Ungeduld, aber auch Neugier, Lust auf neue Ideen und Freude am Resultat, wenn die Hürden geschafft sind. Das prägt den Charakter des FDP-Mannes, der vor zwei Jahren in den Ipsacher Gemeinderat gewählt wurde und derzeit Vizegemeindepräsident ist.

Am 27. September will er bei der Urnenwahl fürs Gemeindepräsidium seinen Konkurrenten Bernhard Bachmann (SP plus) ausstechen. Woher er seine Energie nehme?

Da sei einerseits die Familie, die Ehefrau und die beiden Kinder im Alter von 24 und 25 Jahren. Andererseits seine Begeisterung für Sport. Wassersport natürlich. «Ich bin schon als Junge auf dem Surfbrett gestanden.» Er hat im FC Grünstern Fussball gespielt und ist heute aktives Mitglied einer Bieler Eishockey-Plauschequipe. Zudem fährt er ab und an Mountainbike-Rennen und hält sich auch mit Schwimmen fit. Sich mit anderen zu messen, fordert ihn heraus. «Ich kann schon sagen, dass ich ehrgeizig bin», sagt er über sich.

Aber nicht in einem ungesunden Sinn, schiebt er nach. Wichtig ist ihm der Sport im Team mit der Mannschaft. «Da geht es nur zusammen.» Jeder solle sich einbringen können. Diese Philosophie gelte für ihn auch im Beruf. Deshalb heisse seine Firma Geoplan Team. Genauso sieht er auch die Rolle eines Gemeindepräsidenten. Nach seinem Verständnis ist dieses Amt mit den Aufgaben eines Gesamtprojektleiters durchaus vergleichbar.

Als Gemeindepräsident möchte Andreas Kluser in Ipsach einiges in Bewegung bringen. Zum Beispiel die Seeuferplanung, die seit zehn Jahren beim Kanton blockiert sei. Diese Planung sei wichtig für die Bevölkerung. Es gehe um das Seeufer von Ipsach, einen Ort, an dem sich an sonnigen Tagen wahre Menschenmassen aufhalten. Es hat idyllische Badebuchten, Rasenplätze mit Grillstellen, sogar Brennholz stellt die Gemeinde zur Verfügung. Hier wäre noch mehr möglich, sagt Kluser.

Ein anderes Beispiel ist das Hallenbad. Obwohl es erst kürzlich saniert wurde, musste es die Gemeinde aus Sicherheitsgründen schliessen. Wegen Baumängeln, die man wahrscheinlich zu spät bemerkt habe. Nun stehen juristische Auseinandersetzungen an. Kluser möchte auch hier dafür sorgen, dass die Sache geklärt wird und das Hallenbad so rasch wie möglich wieder für die Bevölkerung zur Verfügung steht.

Schule unter die Lupe

Ein wichtiger Punkt ist für ihn die Schule Ipsach. Wie viel neuen Schulraum braucht es genau? Eine überrissene Planung für zu viele Kinder wäre für ihn sinnlos. Deshalb: Erst genau prüfen, dann machen, so seine Meinung.

Kluser erwartet ein moderates Wachstum in den nächsten Jahren. Die Gemeinde verfüge noch über Baulandreserven im Schürlirain. Das Gebiet war lange Zeit wegen des geplanten Porttunnels im Zusammenhang mit der Autobahn für Bauprojekte tabu.

Doch mittlerweile ist die Autobahn kein Thema mehr. Weil auf dem Gebiet eine Zone mit Planungspflicht für Wohnraum bestehe, müsse sich die Gemeinde daran machen, die Erschliessung sicherzustellen. Für die künftige Schulraumplanung müsse man ein allfälliges Projekt auf dem Schürlirain mit einbeziehen.

Auch die Qualität der Schule würde er unter die Lupe nehmen. In jüngster Vergangenheit habe es Fluktuationen gegeben, nicht immer habe man genügend qualifizierte Lehrpersonen anstellen können. Dabei sei Ipsach eine attraktive Gemeinde. Kluser möchte genau hinsehen, zuhören, herausfinden, wo der Schuh drückt. Dafür würde er erst einmal die Meinung der Lehrpersonen und der Eltern einholen. Was finden sie an der Schule gut, was weniger?

Die Betroffenen anhören, einbinden, teilhaben lassen. Das ist ihm wichtig. Auch bei Projekten der Gemeinde die Bevölkerung auffordern, ihre Meinung kundzutun. Denn: «Ich weiss, dass die Ipsacherinnen und Ipsacher viele kreative Ideen haben.» Davon könnten alle profitieren.

Mit digitalen Umfragen, Foren oder Diskussionsveranstaltungen möchte er zudem das Gemeinschaftsgefühl im Dorf wieder mehr aufleben lassen. «Wir sind Ipsach», so steht es auf der Website geschrieben. Das «wir» müsse wieder mehr ins Zentrum rücken.

Als weiteres Beispiel für seinen Taten- und Gestaltungsdrang nennt er die lokale Elektrizitäts-Gemeinschaft in seinem Quartier Herdi. Dort habe er zusammen mit 40 Parteien auf dem Dach der gemeinsamen Garage Solarzellen installieren lassen. Jeder könne dabei mitmachen, sagt er. «Ich freue mich, dass wir das zusammen geschafft haben.»

Gestalten statt verwalten

Wenn man Andreas Kluser zuhört, wird klar: Er würde am liebsten gleich anpacken. Die Gemeinde funktioniere zwar gut. Aber das reicht ihm nicht. Das beschauliche Dahinplätschern sei zwar bequem, doch es bringe Ipsach nicht vorwärts. Der Gemeinderat und der amtierende Gemeindepräsident haben nach seinem Geschmack über Jahre mehr verwaltet als gestaltet. Er möchte das ändern.

Dafür hat er sich auch die nötige Zeit freigeschaufelt. Im Büro habe er seine Nachfolge geregelt. Kluser arbeitet noch als Stadtgeometer von Biel. Dort habe er das Pensum reduzieren können. Die Kinder seien inzwischen auch erwachsen. Für ihn ist der richtige Zeitpunkt für die Kandidatur gekommen. Jetzt freut er sich auf den bevorstehenden Wahlkampf. Kluser macht deutlich, dass er alles geben will. Wie bisher in seinem Leben, im Beruf und im Sport.

Das Podium

Am Dienstag, 1. September, duellieren sich Andreas Kluser und Bernhard Bachmann an einer Podiumsdiskussion. Der Anlass findet im Mehrzwecksaal statt und beginnt um 20 Uhr. Veranstalterin ist die Grünliberale Partei Ipsach. Nach der Diskussion hat das Publikum Gelegenheit, den Kandidaten Fragen zu stellen. (b/g)

Andreas Kluser
Kandidat Gemeindepräsident Ipsach
 
Kluser wählen: 27. September 2026